The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D Review
June 23rd, 2011The Legend of Zelda - Ocarina of Time, der einstige Meilenstein, das Spiel, welches im Jahre 1998 in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt und dutzende Auszeichnungen abgeräumt hat, ist zurück und soll ab jetzt auch 3DS-Besitzer in seinen Bann ziehen. Ob das gelingt? Mein Review versucht genau das zu klären.
Ein seltsam gekleideter Junge schlummert vor sich hin, bis er plötzlich von einer unruhig erscheinenen Fee geweckt und von jetzt auf gleich zur einzigen Hoffnung Hyrules ernannt wird. Es folgen die ersten Schritte durch ein verwunschen wirkendes Dorf und plötzlich steht man auch schon mit Schwert und Schild ausgerüstet inmitten eines beeindruckenden Dungeons, wo riesige Spinnen darauf warten, einem den Gar auszumachen. Die ersten Stunden von Ocarina of Time wird wohl bis heute kaum ein Gamer, der das Action Adventure damals zu Weihnachten ‘98 in sein Nintendo 64 gelegt hat, vergessen haben. Sofort wurde man gefesselt und in die Welt von Hyrule hinein gesogen. Dass diese sich nach dem anfänglichen Abenteuer im Deku-Baum erst noch in ihrem vollen Zügen präsentieren sollte, daran wollte man zunächst gar nicht denken, so fasziniert war man noch von den ersten Blicken und Begegnungen, von der Größe, die das Spiel einem schon nach kurzer Zeit offenbart hatte. Doch dann wurde Abschied genommen und plötzlich türmte sich eine nicht enden wollende Steppe vor einem auf. Jetzt erst begann das eigentliche Abenteuer, das Aufeinandertreffen mit Prinzessin Zelda, eine Reise durch die Zeit, mit deren Hilfe das Unheil in Form von Gerudo-König Ganondorf bezwungen und das Heilige Land gerettet werden sollte.
Exakt das darf man nun auch auf dem Nintendo 3DS erleben und zwar in einer Form, die dem Original in nahezu jeder Hinsicht gerecht wird. Nintendo hat nämlich in keinster Weise versucht, ein völlig neuartig wirkendes Spiel aus Ocarina of Time zu machen, sondern beim Remake des Klassikers eine originalgetreue Umsetzung groß geschrieben. Wer also die N64-Version oder die Gamecube-Portierung kennt, der wird sich sofort zurechtfinden und an keiner Stelle wirklich überrascht werden. Es gibt weder neue Lokations noch neue Charaktere oder Items. Die einzigen Erweiterungen finden sich im durch einmaliges Durchspielen freischaltbaren Master Quest-Modus, der dank stärkerer Gegner und gespiegelten Schauplätzen für neue Herausforderungen sorgt sowie im Boss Challenge-Modus, in dem man gegen jeden bereits bezwungenen Dungeon-Boss jederzeit noch einmal antreten kann. Dabei werden die Anzahl der bisherigen Siege sowie die Bestzeit für das Bezwingen des Bosses festgehalten. Eine nette Erweiterung, da es im Original leider überhaupt nicht möglich war, noch einmal gegen besiegte Endgegner anzutreten. Für Spielanfänger hat Nintendo außerdem so genannte Shiekah-Steine, mit deren Hilfe man sich anzeigen lassen kann, was als nächstes zu tun ist, in das Spiel eingebaut.
Während sich inhaltlich also wenig verändert hat, wurde Ocarina of Time eine rundum Schönheitskur spendiert, wodurch die Grafik im Remake nun deutlich schicker aussieht als zuvor und zudem durch den gelungenen 3D-Effekt mehr Tiefe erhält. Gefallen tun vor allem die merklich schärferen Texturen, die komplett überarbeiteten Charaktermodelle und der Wegfall der vorgerenderten Hintergründe, welche es im N64-Original in diversen Häusern und im Marktplatz-Bereich zu sehen gab. Somit wirkt die Grafik an diesen Stellen nun passender und das Spielgeschehen ein ganzes Stück lebendiger. Schade nur, dass man die vorgegebenen Kameraperspektiven in den meisten dieser rundum erneuerten Lokations beibehalten hat. Daher ist es zum Beispiel nicht möglich, sich vor die Zitadelle der Zeit zu stellen und das Gebäude von außen aus verschiedenen Winkeln zu betrachten, und auch der Marktplatz lässt sich weiterhin nur aus einer starren Kameraperspektive heraus erkunden.
Trotz der neuen Grafikfinessen, die Hyrule in einer nie dagewesenen Grafikpracht erstrahlen lassen, sieht man dem Spiel seine N64-Wurzeln an vielen Stellen noch an. Die Texturübergänge wirken teils ziemlich kantig, da die Levelarchitektur des Originales 1:1 übernommen wurde und die Oberwelt kommt mangels neuer Details etwas karg herüber. Auch in Hinblick auf die überarbeiteten Charaktermodelle, die trotz neuer Texturen noch etwas klobig erscheinen, wäre auf dem 3DS sicherlich mehr möglich gewesen. Allerdings stechen diese Aspekte auf dem kleinen 3DS-Screen nur bedingt negativ hervor und darüber hinaus wurde dadurch unter anderem sichergestellt, dass das Flair des Originales erhalten bleibt und keine durch zu große Änderungen hervorgerufene Verfremdung der ursprünglichen Version stattfindet. Somit entspricht auch der Artstyle noch dem der N64-Fassung, was sehr erfreulich ist, denn die farbenfrohe Grafik sowie das Design der Charaktere und der Schauplätze haben damals eine Menge Charme versprüht und stechen auch heute noch positiv aus der Masse hervor.
Da der 3D Effekt bei dem Spiel als eines der Kernelemente angepriesen wird – schließlich steckt nicht umsonst das „3D“ im Titel, stellt sich natürlich die Frage, wie sich dieser während des Spielens äußert und ob er dem Spiel überhaupt einen Mehrwert verleiht. In die Welt von Hyrule fügt er sich definitiv sehr gut ein, denn diese kommt durch den 3D-Effekt lebendiger herüber und man hat stellenweise wirklich das Gefühl, einfach tiefer im Geschehen drin zu stecken. Die Amulette kommen prächtig aus dem Bildschirm heraus, Navis Feenstaub erstrahlt in neuem Glanz und die Steppe wirkt gewaltiger als je zuvor. Diese Wirkung des 3D-Effekts hat allerdings seinen Preis, so werden nach spätestens einer Stunde viele Spieler merken, dass ihre Blicke auf den Bildschirm deutlich schwerfälliger werden und sich die Augen nach einer Pause sehnen. Daher empfiehlt es sich, mit herunter gedrehtem 3D-Regler zu spielen oder den Effekt zwischendurch immer einmal ganz auszuschalten. Darüber hinaus fällt vor allem bei Ocarina of Time 3D wieder die starke Blickwinkelabhängigkeit des 3D Displays auf. Hält man den Screen bei eingeschaltetem 3D nicht gerade vor die Augen, so verzieht der 3D-Effekt und es entstehen unschöne Doppelbilder. Wer da beispielsweise von dem neuen Feature, das es einem erlaubt, sich durch Schwenken des 3DS umzusehen und zu zielen, Gebrauch machen möchte, der sollte den 3D-Effekt vorher ausschalten.
Damit wären wir auch schon beim nächsten wichtigen Aspekt, nämlich der Steuerung, angelangt. Neben dem bereits genannten in die Quere kommen von 3D-Effekt und Bewegungssensor, stört vor allem noch, dass man permanent auf den Touchscreen angewiesen ist, da sich nicht anders auf das Menü, welches auf dem unteren Bildschirm angezeigt wird, zugreifen lässt. Völlig unverständlich, wo das Steuerkreuz überhaupt nicht belegt wurde - hier hätte man problemlos eine optionale Steuerung für das Navigieren durch das Menü einbauen können. In einigen Dungeons und vor allem bei den Bosskämpfen bereitet zudem wie schon in der N64-Fassung die Kameraführung manchmal Probleme, so dass man einige Zeit braucht, um diese zu justieren und wieder einen Überblick über das Spielgeschehen zu erlangen. Da kann schon mal der eine oder andere Herzpunkt ungewollt flöten gehen. Abseits dessen steuert sich Ocarina of Time aber auch auf dem Nintendo 3DS hervorragend. Es sind sogar ein paar durchdachte Verbesserungen hinzugekommen. So lassen sich von jetzt an Eisen- und Gleitstiefel auf die Schnellauswahl-Buttons legen, wodurch vor allem im Wassertempel viel Zeit und Nerven gespart werden können.
Soundtechnisch hat sich wenig verändert. Der grandiose Soundtrack des Originales wurde 1:1 übernommen und kommt auch mit Hilfe der 3DS-Lautsprecher gut zur Geltung. Fans dürfen sich darüber hinaus auf einen neu aufgenommenen orchestralen Song freuen, der wirklich umwerfend klingt.
Zusammenfassend bleibt da nur noch zu sagen, dass Nintendo mit The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D ein rundum gelungenes und allen voran sehr originalgetreues Remake des Meisterwerks von 1998 abgeliefert hat. Das Spiel verschenkt zwar an einigen Stellen Potenzial und lässt zudem immer wieder seine N64-Züge durchschimmern, spielt sich aber nach wie vor hervorragend und ist dank der verbesserten Grafik auch heute noch dazu in der Lage, die Spieler mit seinem prächtigen Artstyle, der unheimlich gut gealterten Spielmechanik und den vielfältigen Szenarien zu verzaubern.
Pflichtkauf für alle, die Ocarina of Time bis jetzt noch nicht gespielt haben, Kenner des Originales hingegen entscheiden, ob ihnen die überarbeitete Grafik und der 3D-Effekt als Gründe für ein erneutes Eintauchen in die Welt von Hyrule genügen.














